Neuer Saarländischer Virtueller Katalog

24. Februar 2011 – 15:02 Thomas Kees (11924x aufgerufen) |

Dem bekannten, in das Bibliothekslokalsystem integrierten LIBERO-OPAC tritt seit dem 24. Februar 2011 ein suchmächtiges System zur Seite, das den bisherigen Onlinekatalog als Rechercheplattform zunehmend ersetzen wird. Es handelt sich um eine sog. Lokale Sicht des Verbund-OPACs des Südwestdeutschen Bibliotheksverbunds, in dem alle in LIBERO vertretenen Bibliotheken ihre Bestände erfassen. Da in Saarbrücken alle Medien primär im Verbundsystem katalogisiert werden, um erst dann (z.B. für die Anzeige dynamischer Status wie „ausgeliehen“, „beim Buchbinder“ etc.) in das Lokalsystem importiert zu werden, bot es sich nun an, auch die Suche gleich in der Primärdatenbank ablaufen zu lassen. War es vor wenigen Jahren noch nicht möglich, eine solche spezifische lokale Datenbanksicht eines Verbundkatalogs zu kreieren, hat sich dieses Verfahren heute etabliert. Lokale Verbundsichten sind bereits seit geraumer Zeit v.a. an baden-württembergischen Universitäten (z.B. Tübingen, Stuttgart) im Einsatz. Die bekannte Adresse „http://opac.sulb.uni-saarland.de“ wird für eine Übergangszeit noch auf den alten LIBERO-OPAC verweisen und erst einige Wochen nach Einführung des neuen Systems auf dessen Adresse „umziehen“. Vorläufig ausschließlich (und auch dauerhaft zusätzlich) erreichen Sie den neuen OPAC über diese Adresse:
http://swb2.bsz-bw.de/DB=2.340/

Warum wechseln wir die Rechercheoberfläche?

  • der neue Katalog ist weit schneller als der alte LIBERO-OPAC, hat mehr Suchschlüssel, bessere Verknüpfungen, eine klarere Titel- und Strukturanzeige auch bei mehrbändigen Werken usw.,
  • der neue Katalog enthält alle elektronischen Ressourcen, die an HTW und UdS lizenziert wurden bzw. auf die die genannten Einrichtungen zugriffsberechtigt sind. Ein Teil der digitalen Ressourcen, v.a. die DFG-Nationallizenzen, waren bislang im Saarländischen Virtuellen Katalog nicht erschlossen, da der Umfang dieser Pakete die SULB im Hinblick auf Import und Datensynchronisierung vor vielfältige Probleme gestellt hätte. Im Südwestdeutschen Bibliotheksverbund sind diese Ressourcen aber bereits teilweise vorhanden und können „eingeblendet“ werden, ohne eine lokale Kopie zu erfordern. Da e-Books weder ausgeliehen werden können noch sich beim Buchbinder befinden, genügt die Verzeichnung des Datensatzes inkl. der URL-Angabe. Aus dem passenden Hochschulnetz angeklickt, landen sie sofort beim Volltext, ohne das Lokalsystem LIBERO befragen zu müssen. Alle digitalen Informationsmittel (e-Books, e-Journals) werden sukzessive aus dem LIBERO-System entfernt. LIBERO wird somit ein Nachweis-, Anzeige- und (für SULB und HTW vor allem) Ausleihsystem für aus dem neuen OPAC aufgerufene Papiermedien sein, in dem nicht mehr recherchiert werden sollte,
  • der neue Katalog enthält einige Neuerungen, die LIBERO in dieser Form nicht kannte oder die in LIBERO aufgrund technischer Probleme nicht aktiviert wurden. Dazu gehört z.B. die direkte Verknüpfung zu Volltextdiensten wie der Google Vorschau bzw. PaperC, in denen Sie kostenlos meist einen tieferen Blick in das Buch erhalten als eine reine Ansicht des Inhaltsverzeichnisses, die Bibliothekskataloge Ihnen teilweise bieten. PaperC erlaubt z.B. das Lesen des gesamten Volltextes. Erst Zusatzfunktionen wie Drucken, Kopieren oder Annotieren kosten dann Geld,
  • der neue Katalog ermöglicht den Export strukturierter bibliographischer Daten in Literaturverwaltungsprogramme wie RefWorks, für das an der UdS eine Campuslizenz besteht,
  • der neue Katalog ermöglicht die sekundengenaue Suche nach Neuerwerbungen, die über ein bibliotheksspezifisches Formular abgerufen werden können. In dem Moment, in dem ein Buch in den Bestand einer Bibliothek eingearbeitet und der Speicherknopf gedrückt wurde, erscheint es in dieser dynamisch generierten Trefferliste,
  • der neue Katalog enthält die Bestände aller Bibliotheken auf dem UdS-Campus, unabhängig von der Frage, ob diese Medien im bisherigen Saarländischen Virtuellen Katalog nachgewiesen wurden oder nicht. Außeruniversitäre Bibliotheken wie das MPI für Informatik, ein Teil der neuen „Campusbibliothek Informatik und Mathematik“, werden hier ebenso verzeichnet wie der universitäre Teil dieser fusionierten Bibliothek. Die Anzeige der Verfügbarkeit erfolgt dann in dem neuen Lokalsystem der Campusbibliothek,
  • der neue Katalog wird in Kürze ein sog. Recommendersystem enthalten, also einen Empfehlungsdienst, in dem auf der Grundlage mathematisch ausgewerteter Recherchewege auch zu Ihrer Suche möglicherweise passende Medien angeboten werden. Das Prinzip ist von Amazon bekannt… und kann Ihren Blick auf Ressourcen lenken, die Sie andernfalls niemals ermittelt hätten
    [UPDATE 18.03.: ist jetzt integriert und wird => hier näher erläutert],
  • der neue Katalog bietet … eine Fülle weiterer Detailverbesserungen. Suchen und sehen Sie selbst!

Was ändert sich für Sie? Oder: drei Merksätze

  • Merksatz 1: Recherchieren Sie nur noch im neuen Saarländischen Virtuellen Katalog,
  • Merksatz 2: Prüfen Sie bei Beständen der Ausleihbibliotheken (HTW, SULB) und der Bibliotheken mit eigenem Lokalsystem (z.B. Campusbibliothek Informatik und Mathematik) evtl. die tatsächliche Verfügbarkeit, d.h. den aktuellen Status mit einem Klick auf „Zeige Verfügbarkeit“. Sie rufen damit die nachgelagerten Lokalsysteme (LIBERO-OPAC, Primo) auf, die allein über diese Informationen verfügen. Bei Institutsbibliotheken, die ihre Bestände nicht ausleihen („Präsenzbibliotheken“), genügt vermutlich die Anzeige im neuen Katalog, der die Bibliothek, den Standort und die Signatur in aller Regel aufführt. Die Verfügbarkeitsabfrage in LIBERO zaubert hier keine zusätzlichen Informationen hervor und ist somit obsolet,
  • Merksatz 3: Bleiben Sie nach einem „Sprung nach LIBERO“ (s. Merksatz 2) nicht im LIBERO-OPAC und suchen dort weiter, sondern schließen Sie das LIBERO-Fenster, und kehren Sie für weitere Suchanfragen zum neuen Katalog zurück (s. Merksatz 1). Wenn Sie wissen wollen, warum wir dies empfehlen, lesen Sie den Mittelteil dieses Postings noch einmal. Beherzigen Sie danach Merksatz 1 aus Überzeugung.

P.S. Dieser Katalog ist von einer Gruppe von SULB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern in enger Zusammenarbeit mit dem Bibliotheksservicezentrum Baden-Württemberg  (BSZ) konfiguriert und konfektioniert worden. Besonders verdient gemacht hat sich Herr Dieter Janka (BSZ), der alle, auch die außergewöhnlichsten Wünsche mit und in bewundernswerter Sachkunde, Geschwindigkeit (und Gelassenheit) umgesetzt hat. Wir möchten ihm an dieser Stelle daher sehr herzlich danken und drücken unsere Zuversicht aus, dass auch die weiteren Arbeiten und Feinjustierungen an dem neuen OPAC in dieser nun schon bewährten Manier fort- und durchgeführt werden.

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