Empfehlungsdienst „BibTip“ im neuen OPAC aktiv

18. März 2011 – 17:45 Thomas Kees (2970x aufgerufen) |

Seit heute ist der bereits angekĂĽndigte Empfehlungsdienst BibTip in unserem neuen OPAC aktiv. BibTip wurde vor einigen Jahren entwickelt und hat mittlerweile in eine Reihe von OPACs Einzug gehalten. Die Bayerische Staatsbibliothek (BSB) hat das Verfahren nach der Integration in ihren „OPACplus“ kurz umrissen:

„Das Recommendersystem BibTip erweitert die Funktionalität von Online-Katalogen von Bibliotheken (OPACs) um Empfehlungen. Empfehlungen sind Links auf inhaltlich verwandte Titel und werden durch das Beobachten des Benutzerverhaltens bei der OPAC-Recherche und dessen statistischer Analyse erzeugt. Personenbezogene Daten wurden dabei an keiner Stelle ausgewertet. […] BibTip wurde im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes vom Institut fĂĽr Informationswirtschaft und -management der Universität Karlsruhe zusammen mit der Universitätsbibliothek Karlsruhe entwickelt.“
(Quelle:  http://www.bsb-muenchen.de/BibTip.2407.0.html)

In Saarbrücken profitieren wir von einem kürzlich erst entwickelten Verfahren, mit dem man die sog. Kaltstartproblematik in den Griff bekommt. Bislang dauerte es eine geraume Zeit, bis in lokalen OPACs eine kritische Masse bei der Aufzeichnung von Rechercheabläufen erreicht wurde, auf deren Grundlage verlässliche Empfehlungsdaten generiert werden konnten. Das neue BibTip sammelt dagegen Bewegungsdaten aller Kundensysteme in einer Gesamtdatenbank und extrahiert aus diesen Gesamtdaten die kundenspezifischen Empfehlungsdaten auf der Grundlage eines Vollabzugs des jeweiligen Bibliothekssystems.

Dies bedeutet: in unserer Installation existieren bereits eine FĂĽlle von Empfehlungen, die nicht durch fleiĂźige SaarbrĂĽcker OPAC-Nutzer entstanden sind, sondern aufgrund des Nutzungsverhaltens der gesamten BibTip-Anwender erzeugt werden konnten. Der Abgleich mit den Daten des SaarbrĂĽcker Systems stellt sicher, dass nur lokal vorhandene Medien in die Empfehlungsliste einbezogen werden. Noch enthalten natĂĽrlich bei weitem nicht alle Titel auch Empfehlungen verwandter Literatur. Manche Medien, die eher Spezialthemen und Randsachverhalte betreffen, fristeten schon immer ein Schattendasein, und sie werden auch jetzt nicht durch massive Suchanfragen ins Sonnenlicht der Empfehlungslisten katapultiert werden.  „Altanwender“ wie das KIT Karlsruhe fĂĽhren allerdings an ca. 80% ihrer Medien Empfehlungen auf, und in SaarbrĂĽcken waren in den ersten Tagen der (verborgenen) Aktivierung bereits ca. 50% der Volltrefferanzeigen (etwa 1000 von 2000) mit Buchtipps versehen. Noch handelt es sich um „Fremdwissen“, das sich durch fleiĂźige OPAC-Recherchen der hiesigen Benutzer bald in stärker lokalspezifische Empfehlungen umwandeln wird.

Die Empfehlungsliste selbst beinhaltet die Titelfelder der empfohlenen Medien (Titel und „Untertitel“) sowie das Erscheinungsjahr. Die Verfassernamen werden nicht angezeigt, da der Anzeigeplatz auf 200 Zeichen beschränkt ist und die Titelinformationen den Sachverhalt besser transportieren als Autorennamen (die ein Klick auf die Empfehlung schnell in den Blick rĂĽckt).

Beispiel einer Empfehlungsliste an einem nicht empfehlenswerten Werk:

http://swb2.bsz-bw.de/DB=2.340/PPNSET?PPN=302844716

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