Des SciDoks neue Kleider

17. Februar 2012 – 19:35 Dr. Robert Kolatzek (4344x aufgerufen) |

„Kleider machen Leute“ – mit diesem Satz verbinden die Germanisten die Novelle von Gottfried Keller. Den meisten ist der davon abgeleitete Sinn dieses Spruchs gelĂ€ufig: „Man beurteilt die Menschen oft anhand ihrer Bekleidung und kann sich dabei sehr tĂ€uschen“. Auch eine Webseite beurteilt man manchmal nur anhand des Layouts. So wurde es an der Zeit, fĂŒr SciDok – das Open-Access-Repositorium der UniversitĂ€t des Saarlandes – ein zeitgemĂ€ĂŸes und barrierefreies Design zu entwickeln. Mit dem Update ziehen auch einige Neuerungen in SciDok ein.

Die zugrunde liegende Software OPUS 3 musste erneuert werden, um den neuen Herausforderungen der Langzeitarchivierung und der InteroperabilitĂ€t zwischen den Repositorien gerecht zu werden. Die OAI-PMH-Schnittstelle kennt nun das neueste XMetaDissPlus-Format der Deutschen Nationalbibliothek und stellt dieser mit Hilfe des Formats qualitativ hochwertige Daten fĂŒr die Langzeitarchivierung zur VerfĂŒgung. Nach und nach wird der Bestand von dort neu bezogen und als Kopie im „Deposit“ abgelegt. Dies kann unter UmstĂ€nden auch bedeuten, dass keine „Fehlerkorrekturen“ an archivierten Werken ohne den Verlust der URN gemacht werden können. Anders ausgedrĂŒckt: Was der Benutzer zur Veröffentlichung vorlegt, kann nur im Falle von Unzumutbarkeit vom freien Zugriff ausgenommen und in einer neuen Version unter neuer URL und URN wieder veröffentlicht werden.

Eine wichtige Neuerung wird nur denjenigen auffallen, die chemische oder logische Formeln eingeben mĂŒssen bzw. nicht-lateinische Zeichen brauchen. SciDok spricht Unicode! Das bedeutet fĂŒr Sie, dass Sie mit Glyphen wie „⁎“ (hochgestellte 4), „₊“ (tiefgestelltes Plus) oder „∀“ (Universalquantor) arbeiten können, ohne XML-Entities wie φ eingeben zu mĂŒssen. Dazu stellen wir eine JavaScript-basierende Softwaretastatur zur VerfĂŒgung, die durch das Klicken auf das Tastatursymbol neben den Eingabefeldern aktiviert wird. Sie enthĂ€lt leider nur Zeichen natĂŒrlicher Sprachen. Andere Zeichen können mit Hilfe der Software-Tastatur Ihres Betriebssystems direkt eingegeben oder aus der Online-UTF-8-Tabelle kopiert werden. Der Vorteil gegenĂŒber der darstellungsorientierten Eingabe (mit Hilfe von HTML-Tags oder XML-Entities) ist, dass solche Inhalte in der erweiterten Suche gut gesucht werden können. (Bis Ă€ltere Inhalte auf diese neue Schreibweise umgestellt wurden, kann noch etwas dauern. Wir bleiben dran.) Die Eingabe von HTML ist tabu!

So schön die Kleider auch sein können – sie bleiben im Schrank hĂ€ngen, wenn sie nicht an den Bedarf des TrĂ€gers angepasst sind. Deshalb haben wir versucht, die OberflĂ€che möglichst ĂŒbersichtlich und komfortabel in der Bedienung zu gestalten. Sowohl Smartphones als auch moderne Monitore im 16:9-Format dĂŒrften es gut lesbar (und bedienbar) darstellen. Barrierefreiheit war unser Ziel. (Ob wir es erreicht haben, wĂŒrden wir gerne von Screenreader- oder Brailezeile-Benutzern erfahren.)

Ihre PrivatsphĂ€re ist uns wichtig. NatĂŒrlich wollen wir wissen, wie stark unser Repositorium referenziert wird, wie unsere Besucher es nutzen oder welche Werke am stĂ€rksten gefragt sind. Ihre pseudonymisierte Daten wie IP-Adresse oder Browser-Bezeichnung möchten wir zur Verbesserung unseres Angebotes nutzen. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, finden Sie im unteren Bereich jeder SciDok-Seite einen Link zur DatenschutzerklĂ€rung und die Möglichkeit, der Verarbeitung der mittelbar-personenbezogenen Daten zu widersprechen.

SciDok finden Sie unter http://scidok.sulb.uni-saarland.de .

Zum Schluss noch ein Tipp: Das Sondersammelgebiet (SSG) Psychologie betreibt das Repositorium „PsyDok“ mit vielen interessanten Veröffentlichungen, die frĂŒher nur im Druck erschienen sind. Der Besuch lohnt sich – nicht nur fĂŒr Fachleute!

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