ORCID: Autorenidentifikation für Publikationen, Patente, Grants und Forschungsdaten

23. Oktober 2012 – 12:16 Ulrich Herb (1796x aufgerufen) |

Hält Open Researcher and Contributor ID, kurz ORCID, was der Dienst verspricht, wird die Problematik der eindeutigen Identifizierung der Autoren wissenschaftlicher Publikationen bald entschärft. Da Veröffentlichungen ausschlaggebend für Gelingen oder Scheitern wissenschaftliche Karrieren sind, ist für Forscher die Disambiguierung, also die eindeutige Zuordnung einer Publikation zu ihrer Person von höchster Wichtigkeit. Auch wenn es bereits existierende Lösungen zur Autorenidentifikation innerhalb einzelner Communities (wie Author Claim für die Wirtschaftswissenschaften) oder Domains (wie bei der GND der Bibliotheken) gibt, fehlte bislang ein Service, der das Potential hat, Anwendungsszenarien unterschiedlicher Akteure und Disziplinen abzudecken. ORCID könnte dieses Potential aufweisen, wird der Dienst doch von Branchenriesen aus wissenschaftlichem Verlagswesen und Datenbanken (z.B. Elsevier, Thomson Scientific)  unterstützt und angewandt. Autoren können sich seit dem 16. Oktober kostenlos eine ID sichern, über die sie als Autor zukünftig in Datenbanken und anderen Retrievalsystemen identifiziert werden können. Da ORCID auch in Publikationsworkflows wissenschaftlicher Verlage eingebunden werden kann, können Forscher bereits beim Einreichen beim Verlag eine Publikation ihrer ID zuordnen. Analog kann ORCID auch zur Zuordnung von Projektanträgen zu Forschern bei der Einreichung von Projektanträgen bei Forschungsförderern genutzt werden. Im ORCID-Profil ist es konsequenterweise auch möglich der eigenen ID Publikationen, Patente oder Projektförderungen zuzuordnen. Publikationen können dem Profil automatisch über den Resolvingdienst CrossRef hinzugefügt werden – vorausgesetzt, diese sind mit einem Digital Object Identifier (DOI) verknüpft. Zusätzlich können Publikationen dem Profil auch händisch oder via Import zugeordnet werden. Der Autor hat zudem die Möglichkeit, einzelne Publikationen für die öffentliche Profilansicht auszublenden. Perspektivisch sind vielfältige Nutzungsmöglichkeiten denkbar, durch eine Kooperation ORICDs mit dem Dienst DataCite unter dem Dach von ODIN  wird es auch möglich sein, archivierte Forschungsdaten einer ORCID ID zuzuordnen.

Eine Person findet diesen Beitrag gut.

Teile mit anderen
twitter Logofacebook LogoXing iconGoogle +1 icon
Symbole von http://www.wpzoom.com