Aus für RefWorks

19. September 2013 – 10:43 Thomas Kees (4932x aufgerufen) |

18-09-2013 16-19-35

Am 18. September 2013 wurde der SULB mitgeteilt, dass das Präsidium der UdS in seiner 528. Sitzung vom 12. September 2013 einer weiteren Finanzierung des Online-Literaturverwaltungsprogramms RefWorks die Zustimmung versagt hat. Diese Ablehnung trifft RefWorks nicht allein, denn im Rahmen dieser Präsidiumssitzung wurden dem Vernehmen nach alle „projektartigen“ Anträge abgelehnt und nur Vorschläge mit andauernden und weiter zurückreichenden Verbindlichkeiten (erneut) bewilligt. Oder anders ausgedrückt: die Basisdienstleistungen bleiben (zunächst) erhalten, die innovativen, netten, schicken, einzig- und eigenartigen Sonderleistungen werden gekappt.

 

Auf der RefWorks-Informationsseite der SULB ist zu lesen, dass RefWorks im Jahr 2008 als für UdS-Angehörige kostenlose Campuslizenz auf der Grundlage von Studiengebühren eingeführt wurde. In den Folgejahren ist es leider nicht gelungen, dieses Programm dauerhaft zu etablieren oder zumindest die bei mehrjähriger Finanzierung zu erreichenden Preisnachlässe zu realisieren. Beantragt werden musste immer von Jahr zu Jahr, bewilligt wurde ebenfalls nur für ein Jahr. Diese wenig zuverlässige Finanzierungsbasis war der Verbreitung des Programms sicher nicht zuträglich. Die Neigung, an Schulungen teilzunehmen, wurde ebenso erschwert wie die Entscheidung, das Programm im praktischen Studien- oder Lehrkontext einzusetzen.

 

Dennoch (oder gerade deshalb) hat die SULB im Lauf der letzten Jahre

  • ca. 80 RefWorks-Schulungen abgehalten,
  • RefWorks intensiv beworben (Flyer, Plakate, Infoschirme),
  • das Programm lokal administriert und in die bestehenden digitalen Informationsstrukturen eingebunden (z.B. Linkresolver zur Ressourcenverknüpfung),
  • Anwendern auf Wunsch bei der Anfertigung von Zitierstilen unter die Arme gegriffen,
  • Support bei Anwendungsproblemen oder Programmfehlern geleistet,
  • an der Weiterentwicklung der Software im Rahmen einer internationalen Admin-Mailingsliste mitgearbeitet.

 

Infolge dieser Aktivitäten haben über eintausend Angehörige der UdS im Lauf der Zeit eine Kennung eingerichtet, um RefWorks zu testen oder dauerhaft zu verwenden. Viele kamen durch das universitätsweite Angebot zum ersten Mal mit einem Programm dieser Art in Berührung und haben sich mit modernen Literaturverwaltungstechniken auseinandersetzen und auch die Schulungsangebote der SULB in Anspruch nehmen können. Fast dreihundert Benutzer waren im Verlauf der letzten Monate aktiv. Für diese aktiven Benutzer wird im Lauf der kommenden Tage auf der oben erwähnten SULB-Infoseite eine Illustration erstellt, die die verschiedenen Möglichkeiten demonstriert, vorhandene Daten für die weitere Verwendung in alternativen Literaturverwaltungsprogrammen zu exportieren.

 

Zurück bleibt Unverständnis, dass ein eingeführtes Programm, das auch auf der Grundlage bisheriger Nutzungszahlen mit einem noch immer nur vierstelligen Eurobetrag durchaus kostengünstig ist (ca. € 30 pro Kopf / Jahr gegenüber $ 100,00 pro Kopf / Jahr bei Privatlizenz), das eingebunden war in etablierte Schulungsaktivitäten und von mehreren Hundert Angehörigen der UdS produktiv genutzt wird, nun dauerhaft eingestellt wird. Denn eines ist sicher: auch eine nur vorübergehende Abschaffung macht alle Erfolge der vergangenen Jahre zunichte, und das Angebot der Campuslizenz eines Literaturverwaltungsprogramms an der UdS wird Episode und Kapitel ohne nachhaltige Folgewirkung bleiben. Damit erreicht die UdS ein Alleinstellungsmerkmal, ist sie doch nach Kenntnis der Verfasser dieser Zeilen die einzige Volluniversität, die ihren Mitgliedern ein solches Programm nicht anbietet. Zurück bleibt auch die Erkenntnis, dass es in Zeiten des Schuldenschnitts ratsam ist, sich auf Basisdienstleistungen zu beschränken und die innovativen, netten, schicken, einzig- und eigenartigen Sonderleistungen freiwillig-unfreiwillig einzustellen. Wenn zunehmend Dienst nach Vorschrift erwartet wird, wird vermutlich zunehmend Dienst nach Vorschrift geliefert.

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