„Kluge“ – das Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache online

21. März 2017 – 09:25 Christine Hohnschopp (653x aufgerufen) |

Wenn wir am Sonntag wählen gehen, wissen wir wahrscheinlich gar nicht, dass das Verb wählen sich aus dem Germanischen wal-ija bzw. aus dem Althochdeutschen wellen ableitet, aus dem unser wollen herrührt. Das heißt: Was wollen wir eigentlich? Mit dem Wahl-O-Mat können wir herausfinden, welche Partei am ehesten zu uns passt. Das Wort wanderte aus dem Lateinischen über das Altfranzösische partir (teilen) zu uns und bezeichnete früher den „(selbständigen) Teil eines größeren Ganzen“. Wußten Sie, dass Partei zunächst für eine Interessensgruppe verwendet wurde und sich erst nach dem I. Weltkrieg als Bezeichnung für eine politische Organisationsform herausbildete? Wenn Sie also eine Partei gewählt haben, die anschließend die Regierung bildet, das Staatsgeschehen also richtet bzw lenkt (altfranzösisch reger vom Lateinischen regere), können Sie eine Party feiern. Die Party ist eine Weiterentwicklung von Partei, sollte Sie aber von den politischen Auseinandersetzungen wegbringen. Und wenn dann der Mond noch günstig steht, bekommen Sie gute Laune (mittelhochdeutsch: lūne, Mondphase, Mondwechsel) !

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