Neues Urheberrechtsgesetz ab dem 1.3.2018

17. August 2017 – 09:38 Christine Hohnschopp (1156x aufgerufen) |

Der Bundestag hat am 30.6.2017 eine grundlegende Reform der urheberrechtlichen Regelungen f√ľr Forschung und Lehre verabschiedet. Damit wird die dringend notwendige Rechtssicherheit f√ľr Lehrende, Studierende, Universit√§ten und¬† Bibliotheken geschaffen.

Die Regelungen im √úberblick:
§ 60a erlaubt in Zukunft die Bereitstellung von Papierreadern.
Vergriffene Werke (wissenschaftliche Monographien) k√∂nnen k√ľnftig f√ľr Teilnehmer an Lehrveranstaltungen vollst√§ndig kopiert oder online zur Verf√ľgung gestellt werden. In der Hochschullehre d√ľrfen auch Schulb√ľcher wie andere Werke vervielf√§ltigt werden.

Forscher d√ľrfen laut ¬ß 60a bis zu 15 % eines Werkes f√ľr Unterricht und Lehre f√ľr Teilnehmer an Lehrveranstaltungen vervielf√§ltigen und verbreiten. Leider d√ľrfen allerdings Artikel aus Zeitungen oder Kioskzeitschriften k√ľnftig nicht mehr in Semesterapparate eingestellt werden. F√ľr die eigene Forschung sind¬† 75 % vorgesehen (¬ß60c). Die Vervielf√§ltigung elektronisch genutzter Werke – auch f√ľr die Fernleihe – soll bis zu 10 % betragen.

Ergebnisse aus Text und Data Mining durch Maschinen d√ľrfen laut ¬ß 60d UrhG-E in Zukunft f√ľr einen „bestimmt abgegrenzten“ Forscherkreis zug√§nglich sein, allerdings muss bei Beendigung des Forschungsprojekts der Korpus gel√∂scht werden. Er kann jedoch durch Bibliotheken und Archive auf einer nicht √∂ffentlich zug√§nglichen Plattform archiviert werden.

Bis zum 1.3.2018 gibt es eine √úbergangsregelung: Digitale Semesterapparate der Hochschulen k√∂nnen weiterhin im Rahmen der derzeitigen Gesetze bereitgestellt werden. F√ľr den Zeitraum vom 1. Januar 2017 bis 28. Februar 2018 wird daf√ľr eine pauschale Verg√ľtung gezahlt werden.Einzelabrechnungen f√ľr die bereitgestellten Werke wird es ab dem 1.3.2018 ebenfalls nicht geben.

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