Update: Informationen zur Versorgung mit Literatur des Verlages Elsevier an der Universität des Saarlandes (UdS), Juli 2018

12. Juli 2018 – 11:48 Ulrich Herb (786x aufgerufen) |

Logo des Projekts DEAL - Bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage

Seit dem 12.07.2018 können an der UdS Publikationen des Verlages Elsevier zum Teil nicht mehr genutzt werden, betroffen sind bislang ausschließlich Veröffentlichungen des Jahres 2018, auf diese hat die UdS keinen Zugriff mehr.

Grund hierfür ist die Kündigung der Verträge zwischen UdS und Elsevier zur Unterstützung des Projektes DEAL – Bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage. Dieses, von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) koordinierte Vorhaben verfolgt zwei Ziele:

  1.  Zum einen strebt es an, durch landesweite Konsortien zum Bezug von Literatur großer Wissenschaftsverlage wie Elsevier, Wiley und Springer Nature Kostenersparnisse für deutsche Wissenschaftseinrichtungen zu erzielen.
  2. Zum anderen will es Open Access stärken: Im Falle des Zustandekommens eines Konsortiums sollen Artikel von Wissenschaftler/inne/n an deutschen Einrichtungen in den Journalen der betroffenen Verlage im Open Access erscheinen.

Um die Verhandlungsposition DEALs gegenüber Elsevier zu stärken, kündigten bislang über 200 wissenschaftliche Einrichtungen ihre Verträge mit Elsevier, darunter zum Ende 2017 auch die UdS. Trotz Kündigung war jedoch bislang der Zugriff auf Elsevier-Publikationen noch möglich. Am 5. Juli verkündete die HRK eine Unterbrechung der Verhandlungen, kurz darauf informierte Elsevier die UdS (wie auch andere Hochschulen) über das baldige Abschalten der Zugänge zu nicht mehr lizenzierten Inhalten. Diese Abschaltung hat nun, beginnend mit den Veröffentlichungen des Jahres 2018, ihren Anfang genommen.

Das Gros der Elsevier-Inhalte kann aktuell jedoch noch genutzt werden. Sollte der Zugang weiter eingeschränkt werden, informiert die UdS hierüber, aktuelle Informationen finden sich auch im Blog der SULB unter dem Tag DEAL.

Versorgung mit Elsevier-Literatur an der UdS

Die UdS hat, sobald Elsevier den Zugang zu allen nicht mehr lizenzierten Inhalten gesperrt hat, noch Archivrechte für 148 Zeitschriften bestehen, bei alten Jahrgängen (1907-2002) durch Nationallizenzen für ca. 1.500 Zeitschriften. Für Bestellungen von Dokumenten aus dem Angebot Elseviers, die an der UdS nicht mehr verfügbar sind, steht für die zweite Jahreshälfte 2018 universitätsweit ein Fonds von 100.000 € bereit.

Erstattungsfähige Bestellungen können nur durch Wissenschaftler/innen per Fernleihe (Kosten 1,50 €) erfolgen, alternativ in eiligen Fällen über den Dokument-Lieferdienst Subito. Dort kosten Bestellungen in der Nutzergruppe 1b (Hochschulangehörige) je nach Land der liefernden Bibliothek und Lieferweg (elektronisch per Mail, Fax oder Post) zwischen 6,00 und 9,00 €, als Eilbestellung zzgl. 4,50 €. Subito liefert allerdings derzeit Elsevier-Titel teilweise nur per Post oder Fax und nicht elektronisch an Hochschulangehörige.

Bitte beachten Sie, dass die erwähnten Erstattungsmöglichkeiten nur greifen, wenn Sie Literatur bestellen, auf die kein Zugriff mehr möglich ist. Zu einem Großteil der Elsevier-Inhalte besteht jedoch noch Zugang, so dass eine Bestellung aktuell weder nötig, noch erstattungsfähig ist.

Die Erstattung der Auslagen erfolgt Ende 2018 direkt durch die Verwaltung der UdS im Wege eines Verteilungsschlüssels, der allen nutzenden Lehrstühlen/Arbeitsgruppen in gleicher Weise zugutekommt, d.h. die max. 100.000 € werden anteilig der pro Einheit beglichenen Rechnungen ausgeschüttet werden. Zu jeder Bestellung sollte daher ein Beleg aufbewahrt werden, aus dem hervorgeht, dass es sich um ein Dokument aus dem Elsevier-Angebot handelt: Bei Subito-Bestellungen gehen Nutzern derartige Belege zu, zu jeder Fernleihbestellung muss die Bestellnummer aufbewahrt werden. Die Abrechnung erfolgt am Ende des Jahres unter Nutzung eines dann bereitgestellten Formulars, dem Subito-Rechnungen und die Bestellnummern der Fernleihen beigelegt werden müssen.

Die UdS wird in der Summe nicht mehr als 100.000 € erstatten und bittet alle Angehörigen, nach Möglichkeit preisgünstige Bestelloptionen zu bevorzugen. Dies gilt auch für Subito: Da Eilbestellungen allenfalls geringfügig schneller als andere Bestellungen zugestellt werden (insbesondere beim Fax-Versand), sollte der Verzicht auf den Eilzuschlag erwogen werden.

Open-Access-Dienste als alternative Bezugsquellen

Auch die folgenden Dienste können nützlich sein, um Open-Access-Versionen von Dokumenten zu erhalten, auf die man am Campus der UdS keinen Zugriff (mehr) hat:

  • Die Suchmaschine 1findr weist wissenschaftliche Dokumente, speziell Open-Access-Werke, nach. Die Datenbasis von aktuell ca. 90 Millionen Dokumenten, davon 27 Millionen Open Access, soll kontinuierlich erweitert werden. Der Index besteht laut den Betreibern aktuell allein aus Verweisen auf Peer-Review-geprüfte Journalartikel, soll zukünftig aber um andere Dokumenttypen ergänzt werden.
  • BASE ist eine Open-Access-Suchmaschine der Universität Bielefeld und weist Open-Access-Dokumente aus Journalen und Repositorien nach. Da BASE nicht ausschließlich Open-Access-Inhalte nachweist, sollte man die Suchoptionen so anpassen, dass – soweit möglich – nur Open-Access-Dokumente als Ergebnisse angezeigt werden.
  • Google Scholar kennzeichnet Open-Access-Texte in der Regel durch den Hinweis [PDF] oder [HTML] in der Ergebnisliste. Besonders die Markierung [HTML] kann leider trügerisch sein, da unter Umständen nur Teile eines Werks, z.B. eines Buches in Google Books, einsehbar sind.
  • Das Browser-Plug-In unpaywall.org (verfügbar für die Browser Firefox und Chrome) weist Internetnutzer, die beim Recherchieren auf eine wissenschaftliche Publikation stoßen, zu der ihre Einrichtung keinen Zugang hat, automatisch auf verfügbare Open-Access-Versionen hin.
  • Der Open Access Button kann sowohl wie eine Suchmaschine als auch als Browser-Plug-In genutzt werden. Existiert noch keine Open-Access-Fassung eines publizierten Inhaltes, können Plug-In-Nutzer/innen mit Klick auf den Button eine E-Mail an die Autorin/den Autoren der Publikation versenden und um die Bereitstellung einer Open-Access-Version bitten. Wer über das Web-Interface sucht und keinen Treffer erhält, findet dort ebenfalls eine Möglichkeit, mit der Autorin/dem Autoren in Kontakt zu treten.
  • Ebenfalls eine nützliche Quelle ist das Wissensportal der SULB, in dem Sie Ihre Suchergebnisse auf „Volltext (Online)“ einschränken können. Es beinhaltet sowohl eine Fülle von Open-Access-Materialien als auch Lizenzinhalte. Kennt das Wissensportal einen Volltext nicht, hilft möglicherweise ein Klick auf den Button „Volltext verfügbar?“, er löst eine Recherche zu Open-Access-Versionen nicht lizenzierter Inhalte aus.
  • Auch das Plug-In Kopernio (ebenfalls verfügbar für die Browser Firefox und Chrome) unterstützt die Suche nach Open-Access-Dokumenten. Für zahlungspflichtige Artikel, die Sie in Ihrem Browser aufrufen und auf die Sie keinen Zugriff haben, sucht Kopernio eine alternative Version, z.B. einen Preprint oder eine andere Fassung, die Open Access genutzt werden kann.

 

Ansprechpartner:
Campus Saarbrücken
zu DEAL:
Dr. Ulrich Herb
Tel. : 0681 / 302-2798
u.herb@sulb.uni-saarland.de

zu Fernleihen/Subito:
Christiane Speicher
Tel.: 0681 / 302-3074
c.speicher@sulb.uni-saarland.de

Campus Homburg
SULB/Med. Abteilung
Tel.: 06841 / 16-26008
madok@sulb.uni-saarland.de

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