Seien Sie Sie selbst – mit ORCID werden Ihre Publikationen korrekt gezählt

12. August 2019 – 12:57 Ulrich Herb (143x aufgerufen) |

Was für Internetnutzer oft ein Gräuel ist, kann für ForscherInnen karriereentscheidend sein: Identifizierbarkeit. Karrieren in der Wissenschaft hängen zumeist von zwei Faktoren ab, Publikationen und eingeworbenen Drittmitteln – sowie im nächsten Schritt von der korrekten Zuordnung dieser Leistungen zu einer Person. Und gerade diese ist nicht immer einfach:

  • Die Schreibweise von Namen in Datenbanken variiert stark, so werden diakritische Zeichen nicht (oder nicht korrekt) benutzt oder ausländische Namen werden in ihrer Schreibweise so vereinfacht (und damit verfälscht), dass sie internationalen Gepflogenheiten (und damit meist denen der englischen Sprache) entsprechen.
  • Teils werden, v.a. bei stark intellektuell-manuell gepflegten Datenbanken, Vor- und Nachname bei ausländischen AutorInnen vertauscht.
  • Namenswechsel (z.B. wegen Heirat oder Scheidung) oder die Änderung in einen Doppelnamen erschweren die Zuordnung von Leistungen zu einer Person.
  • Bei häufig vorkommenden Namen ist oft unklar, welche der ForscherInnen nun wirklich für die Publikation oder die Drittmitteleinwerbung verantwortlich ist.
  • Träger langer Namen mit mehreren Bestandteilen sind mitunter gezwungen, diese zu kürzen, wenn sie Publikationen einreichen. Dies führt zwangsläufig zu abweichenden Schreibweisen des Namens einer Person.

Abhilfe schafft die ORCID iD (Open Researcher and Contributor ID), eine bei wissenschaftlichen Verlagen und anderen Publikationsplattformen, allerdings zunehmend auch bei Akteuren wie Forschungsförderern gebräuchliche ID zur Identifikation von WissenschaflterInnen. Nach kostenloser Registrierung unter https://orcid.org/ erhält man eine 16-stellige ID, mittels derer man sich zukünftig z.B. bei der Einreichung von Publikationen oder Förderanträgen eindeutig identifizieren kann und die zugleich bei der Recherche, z.B. in Datenbanken, hilft, indem sie Veröffentlichungen oder Projektinformationen eindeutig Personen zuordnet. Zu jeder ORCID iD existiert ein Profil, in dem WissenschaftlerInnen ihre Publikationen pflegen können.

Auch in SciDok, dem Open-Access-Server der Universität des Saarlandes, können Sie Ihre ORCID iD hinterlegen: Melden Sie sich unter https://publikationen.sulb.uni-saarland.de/ nach Anklicken des Texts „Anmelden zum Veröffentlichen“ am rechten oberen Rand der Seite mit Ihrer UdS-Kennung an.

Nach der Anmeldung können Sie durch Klicken des entsprechenden Eintrags unter „Angemeldet als … “ Ihr Benutzerprofil und Researcherprofil aufrufen (s. links) und die entsprechenden Angaben ändern. Im Benutzerprofil ist es möglich, Ihren Namen und Ihre Telefonnummer anzulegen. Wichtiger ist jedoch das Researcherprofil: Hier können Sie Ihre ORCID iD sowie Ihre Fakultät, Ihre Fachrichtung und Ihre Professur angeben. Füllen Sie das Researcherprofil (s. rechts) aus, ist eine Zuordnung Ihrer Publikation zu Ihrer Person innerhalb SciDoks möglich, tragen Sie überdies Ihre ORCID iD ein, können Ihre Publikationen Ihnen anhand dieser auch außerhalb von SciDok zugeordnet werden.

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